100 Jahre Frauenwahlrecht

Der Dillenburger SPD-Stadtverband beschäftigt sich im November intensiv mit dem 100 jährigem Jubiläum zur Einführung des Frauenwahlrechtes in Deutschland. Die SPD Vorsitzende Petra-Carin Reeh geht davon aus, dass alle SPD – Ortsvereine sich eingehend mit diesem Thema auseinander setzen werden. Sie erinnert daran , dass am 30. November 1918 die Verfassungsgebende Versammlung der Weimarer Republik das Frauenwahlrecht in die neue Verfassung aufgenommen hatte. Vorausgegangen war bereits eine jahrzehntelange politische Auseinandersetzung in Amerika, vielen europäischen Nachbarländern und auch im damaligen Deutschen Kaiserreich. Schon sehr früh hatte sich die SPD auf ihrem Parteitag 1891 in Erfurt diese Forderung auf ihre
Fahne geschrieben. Auch gegen Wiederstände vieler Männer in der eigenen Partei. Unterbrochen wurde der politische Prozess durch die Katastrophe des 1. Weltkriegs. Es ist vor Allem den großartigen Demokratinnen wie Marie Juchacz , Clara Zetkin und Luise Zeitz zu verdanken, dass das aktive und passive Frauenwahlrecht in die Weimarer Verfassung aufgenommen wurde . An der ersten Wahl am 19. Januar 1919 nahmen gleichberechtigt 82,3% Frauen und 82,4% Männer Teil. Für die Frauen allerdings noch mit mäßigem Erfolg. Nur 9% der gewählten Abgeordneten waren Frauen. Die Sozialdemokratin und Gründerin der Arbeiterwohlfahrt, Marie Juchacz war die erste Frau, die eine mutige Rede ,zum Teil unter dem Gelächter vieler männlicher Abgeordneten, in der Nationalversammlung hielt. Positiv war in der Folge die zunehmende Unterstützung für die Frauenrechte auch durch viele Frauen aus dem bürgerlichen , kirchlichen und Liberalen Bereich. Mit der Einführung des Frauenwahlrechts wurde letztlich die gesetzliche und politische Grundlage der nachfolgenden Frauenrechtsbewegung, bis zur heutigen Politik der Gleichstellung von Frau und Mann gelegt. Für die Dillenburger SPD gilt es , daraufhin zu Wirken , diese hart erstritten Rechte in die alltägliche Realität umzusetzen. Die SPD-Vorsitzende Petra-Carin Reeh : „Es gibt noch sehr viel zu tun , sehen wir uns die Tatsache an, dass aktuell im Deutschen Bundestag nur 30% Frauen vertreten sind . Von einer gleichberechtigten Verteilung der Verantwortung im Beruflichen-und familiären Bereich sind wir noch weit entfernt.“

Der SPD-Stadtverband Dillenburg hofft auf viele Veranstaltungen anderer Vereine und Verbände zum Thema „ 100 Jahre passives und aktives Wahlrecht für Frauen“.
Die Sozialdemokraten wollen diese Aktivitäten im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen.

 

Artikel von Werner Schäfer-Mohr (Pressesprecher des SPD-Stadtverband Dillenburg)